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Danke Amerika

15/11/2010

Ich musste weit gehen, stundenlange Fahrten auf mich nehmen.
Aber ich habe sie schlussendlich gefunden. Ganz Zufällig.
Ich wollte schon beinahe aufgeben und hab eigentlich schon lange nicht mehr daran geglaubt. Ok, ich bin nicht wirklich auf der Suche nach ihnen gewesen. Vor allem was ich in den ersten Wochen so erlebt habe…
Von wem ich spreche? Natürlich von den „normalen“ Amerikaner. Die, die nicht oberflächlich sind. Die, die dir zuhören und auf dich eingehen. Die, die sich über deinen Akzent lustig machen, dich aber bei Fehlern verbessern und dir helfen nicht allzu Deutsch zu klingen. Die, die sich an das, was du einmal gesagt hast erinnern. Die, die’s wirklich interessiert, wie’s dir geht und nicht mehr als einfach im Vorbeigehen ein „howya doin'“ rauslassen.
Danke Amerika, du hast mir gezeigt, dass es sie gibt und ich genau wegen diesen Menschen dich hoffentlich bald wieder besuchen kommen werde.

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Better, Faster, Stronger

06/11/2010

Es ist ihnen wohl nicht aufgefallen, aber die Toilettenschüsseln sind wirklich grösser als in Europa. Echt massive Dinger das. Ich will niemanden zu nahe treten, aber ich glaube die würden einem Baby-Elefanten standhalten. Dass die Türen und die Sitze in den Zügen breiter sind, könnte vielleicht auch auf das unterschiedliche Längenmass zurückzuführen sein. Ich habs nicht nachgemessen, aber die Sitze im Zug sind ca. 1.5 mal so breit wie im Flugzeug.
Die Amerikaner haben nicht nur ein anderes Längenmass, nein ihre Sprache ist auch anders. Amerikanisch halt. Ich arbeite im IT-Support. Und da „clickt“ man nicht auf ein „icon“, nein, man schlägt es „hit“. Ebenso werden Programme nicht geöffnet, sondern angefeuert „fire up“. Ich könnte noch unzählige weitere solcher kleinen Unterschiede aufzählen, wenn mir nur welche einfallen würden. Aber es ist halt irgendwie witzig. Die Engländer sind diesbezüglich hat einfach vornehmer und sagen höflich „I understand“ und nicht „gotcha“.
Ich bin jetzt in New York.

Barber John

31/10/2010

Am Samstag war ich in Downtown Portsmouth. Das Parkhaus lässt auf ein kleines Städtchen deuten. Leider wird man aber enttäuscht, sobald man das Städtlein sucht. Es ist schlicht und einfach nicht vorhanden.
Ich hab‘ aber immerhin einen Coiffeur gefunden.
John ist um die 60, vielleicht auch älter. Aufgewachsen im Haus, wo er den Barbershop vor gefühlten 100 Jahren von seinem Vater übernommen hat.
Er kennt sie alle. Ob Postbote oder Polizist. Nachbarin oder Bekannte. Er winkt ihnen von seinem Salon aus freundlich zu, während sie ihm lächelnd zurückwinken. John scheint beliebt zu sein in der Stadt.
Er findet es ein wenig schade, dass keiner seiner 5 Kinder den Salon übernehmen will, sodass er ihn bald verkaufen wird. John hat keinen Computer. „Ich brauche keinen Computer. Meine Frau weiss alles“, meint er schmunzelnd. Er war in seinem Leben weder in Europa, noch auf dem Mt. Washington. Dafür aber schon einmal in Florida und auf Hawaii. Weil seine Frau nicht gerne fliegt, wird das mit Europa wohl nichts mehr werden in diesem Leben…
Nach einer Weile kommen wir auf die Politik zu sprechen. (Irgendwie passiert mir das immer…) Er findet den Obama einen „Schnurri“, der viel versprechen und nichts davon einhalten tut. Überhaupt mag er den „ersten Schwarzen Präsidenten“ nicht, genausowenig wie diese Islamisten. Weil er Republikaner ist, hätte er seinen Namensvetter, den Herrn McCaine viel lieber an der Spitze Amerikas gesehen, als den Schnurri.
„McCaine ist jetzt aber zu alt, um nochmals zu kandidieren“, findet er. Erst jetzt fallen mir die zwei Fotos an der Wand auf. Der linke zeigt George W. Bush Senior, der rechte (glaube ich) Ronald Reagan. Ich verhalte mich neutral. Mir ist es auch ehrlich gesagt schnuppe, wer da regiert. Und sowieso war er gerade mit der superscharfen Klinge an meinem Nacken beschäftigt, die Haare zu rasieren. Also besser das Maul halten, hab ich gedacht.
Inzwischen kommt ein hinkender Typ mit goatee (das ist so’n Ziegenbart, der hier irgendwie noch immer ziemlich beliebt zu sein scheint) rein. John ist fertig mit meiner Frisur, ich bezahle die $12.- und runde höflich auf $15.- auf, während sich goatee hinsetzt und seinen Bart weghaben will. Ich knipse noch schnell ein Foto zur Erinnerung, bevor ich mich auf den Weg zur Küste mache.

Die Offroad Initiative

27/10/2010

hätte hier kaum eine Chance. Al Gore hat den Amerikaner bezüglich Klimaerwärmung wohl mächtig ins Gewissen geredet, dass sie sehr grossen Wert auf Recycling legen. Sogar der Plastik wird fein säuberlich und gewissenhaft in verschiedenen Stufen sortiert und wehe dem, der eine Pet-Flasche im normalen Abfall entsorgt.
Die Strassen sind schön sauber wie man es von der Schweiz her kennt. Mal abgesehen von dem Idioten der neulich genau vor mir auf der Autobahn sein Redbulldösli zum Fenster rauswarf und mein Auto damit getroffen hat, halten sich ansonsten die Meisten daran.
Trotz alledem sind Pickup’s noch immer gross in Mode. Überhaupt ist bezüglich der Autos der Al auf wenig Gehör gestossen. Es gibt aber immerhin extra Parkplätze für Van -und solche für „normale“ Fahrgemeinschaften. Wer alleine mit dem Auto zur Arbeit fährt, muss weiter weg parkieren. Dreckschleuder hin oder her, ich habe meine eigene These, warum Pickups beliebt sind:
Wer hier nähmlich einen Hirsch oder Elch umfährt, darf ihn behalten bzw. mit nach Hause nehmen. Man muss es lediglich der Polizei melden. Dann darf man ihn aufladen und essen, oder an die Wand hängen. Ganz schön praktisch, wenn man mit einem grossen Auto unterwegs ist. Zudem würde, wer mit einem normalen Auto einen Elch umfährt, diesen wohl direkt auf den Schoss bekommen und wahrscheinlich von ihm erdrückt werden. Also bietet ein Pickup nicht nur den praktischen Stauraum, sondern man überlebt wohl den Zusammenstoss, weil man doch fast auf Augenhöhe mit dem Tier ist. Irgendwie praktisch, wie ich finde.

On The Road

24/10/2010

Am Samstag war ich um ca. 11Uhr aufgebrochen zum Mt. Washington, dem höchsten Berg in Nordosten Amerikas. Nach einer 3-stündigen Fahrt dann die Ernüchterung. Die Strasse zum Berg ist gesperrt wegen „winterlichen Verhältnissen“. Nett! Die hätten auch was sagen können. Ich meine es gab genügend Schilder auf dem Weg dorthin. Ich war nämlich nicht der einzige, dem dies sauer aufgestossen ist.
Es hätte allerdings eine Alternative gegeben. Für 24$ innem 4×4 Taxi bis in die Mitte fahren. Wie geil! Was will ich mitten in einem Berg? Ausserdem ist der nur knapp über 1900m hoch. Das ist etwa gleich spannend, wie auf den Üetliberg zu fahren.
Also wieder 3h zurück nach Portsmouth, bzw. Kittery, da ist ein Outlet-Mekka, wo ich meinem Frust freien lauf gelassen habe. Amerika ist ein Shoppingparadies!
Ob ich alleine unterwegs gewesen bin? Nein, natürlich nicht. Mit dabei waren auch: Baze, Biggie Smalls, David Bowie, Damien Rice, Lifehouse, Alanis Morissette, Clueso uvm. Hab echt versucht Radio zu hören, aber nach 5min Countrymusik hielt ich es nicht mehr aus.

Fasnacht

23/10/2010

mag ich nicht. Nicht besser sieht’s mit Halloween aus. Wenigstens lassen die einen in Ruhe, wenn man sich nicht dafür begeistern kann. Solange man den Kindern Süssigkeiten gibt, macht man bereits mit und wird von der Gesellschaft akzeptiert. Und ich hab den Bonus, dass ich sage: „Dieses crazy Zeugs haben wir in der Schweiz nicht…“. Jedenfalls nicht im Büro.
Zum Glück ist es zumindest im Büro vorbei. Unglaublich, jede Abteilung hatte ein Thema und die Leute haben sich verkleidet. Unser Thema war, unschwer zu erkennen, „Peter Pan“. Ich dachte zuerst auch, es sei „Piraten“… Naja, dann eben fliegende Burschen und so’n Quatsch.
Das offizielle Halloween wird am 31. Oktober über die Bühne gehen. Das werde ich hoffentlich auch noch überstehen. Übrigens, die auf dem Gruppenfoto ganz rechts als grüne Fee (hihi), Elfe oder was auch immer gekleidete, ist die Abteilungsleiterin…

Hamburger zum Zmorge

22/10/2010

frittierte Pizza zum Mittag und zum Abendessen schnell bei Subway vorbei. Amerika is(s)t ungesund. Wie will man es ihnen verübeln, wenn die nun mal missbildete Geschmacksrezeptoren haben? Oder wie soll ich es denn verstehen, wenn mir die Frau aus der Hotelküche erzählt, dass es die allerbesten Pommes bei McDonald’s gäbe? Immerhin hab ich wiedermal ein neues Wort gelernt. „Hash Browns“ bedeutet „Rösti“. Jedenfalls beschreiben sie es gleich.
Bald ist die erste Woche vorüber und es folgen „nur“ noch 4. Ich freue mich aufs Wochenende. In diesem Kaff kann man ausser zur Mall gehen, nicht viel machen. Werde mich an den zwei freien Tagen mal Richtung „Downtown“ und Meer bewegen. Ich habe keine Bedenken, dass ich es nicht finde. Die Rückkehr bereitet mir mehr Sorgen. Hoffentlich erwische ich die richtige Ausfahrt… Wird schon klappen.