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03/02/2012

genau so viele Besucher hatten gefehlt um die 10’000er Marke zu erreichen.
London ist Geschichte, New York ist aktuell und nach einjähriger Pause habe ich mich nun entschieden, wieder ein bisschen über mein Leben zu schreiben.
Freut euch auf Marcolondon 2012, ääh Marcolicious, ääh remarcoble.wordpress.com

Penner sind Langschläfer

28/01/2011

Wenn ich nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, geh ich einfach zu Fuss. Über die Waterloo Bridge, quer durch Covent Garden Richtung Camden.
Genau da schlafen sie morgens nach 9 noch immer. In Covent Garden. Zwischen den Gassen, vor Theatereingängen, oder einfach irgendwo neben einem inzwischen gefrorenen Haufen Kotze.
Die Hände blau angelaufen vor Kälte. Den Schlafsack tief über den Kopf gezogen, liegen sie noch regungslos da, bevor sie sich wenig später in eine sitzende Position aufrichten und ihr Becherchen aufstellen. Ja, man stumpft halt irgendwie ab mit der Zeit.
In diesem Sinne werde ich nächste Woche wieder zur Arbeit gehen und aufpassen, dass ich nicht über ein quer über den Bürgersteig liegendes Bein stolpere.

Alton

14/01/2011

Olten? Bitte?
Jeden Morgen fahr ich mit dem Zug Richtung Olten. So spricht es der Mann am Mikrofon jedenfalls aus. Fühle mich jedesmal ein bisschen näher zur Schweiz und das nicht nur, weil der Zug südwärts fährt.
Heimweh?
Ach nein. Heimat ist doch da, wo das Herz ist.
Wo meins ist?
Ach…

In einer Woche fange ich den neuen Job an. Dann kann ich entweder meinen Töff wieder bewegen, oder aber (eher wahrscheinlich), wieder ein Fahrrad (mit einem grösseren Schloss) zulegen und zu radeln. Das Büro ist ca. 2 Meilen (3.2km) entfernt. Da könnte ich auch zu Fuss gehen (weniger wahrscheinlich). U-Bahn lohnt sich jedenfalls auch nicht da es nur drei Stopps sind und ich mindestens 10min einberechnen muss für ein- aussteigen und auf den Zug warten. Mal sehen…

Back in the High(er) life again

12/01/2011

Nachdem ich doch erst mitte Oktober meinen neuen Job angefangen habe, ist dieser auch schon wieder Geschichte. Jobwechsel ist sozusagen mein liebstes Hobby geworden. Ich liebe Telefoninterviews und noch mehr freut es mich, bei Firmen mich vorzustellen und denen sagen, was für ein toller Typ ich doch eigentlich bin.
Nein, mir wurde nicht gekündigt. Ich habe halt einfach wieder was anderes/besseres gefunden. Diesmal werde ich aber wirklich in der Stadt arbeiten und der Lohn ist auch besser. Zwei wesentliche Dinge für mich. Ok, verdienen tu‘ ich noch immer nicht annähernd der Hälfte, was ich in der Schweiz kriegen würde, aber halt eben mehr als bis jetzt und das ist schonmal ein Fortschritt.
Na dann auf die nächsten paar Monate… 😉
Und weils so schön war, gibt’s den tune nochmal

I’ve been thinking about…

05/01/2011

Neulich ist mir aufgefallen, dass ich anfange englisch zu denken. Nein, nicht, dass ich Im Winter im T-shirt rumrennen möchte oder warmes Bier trinken. Nein, ich denke öfters in englisch. Also habe ich mir weiterhin so Gedanken gemacht (auf schweizerdeutsch versteht sich), wie es mit anderen Sachen aussieht.
Träumen? Nicht vorhanden (wenn, dann oft englisch)
Zählen? Mal so, mal so
Rechnen? schweizerdeutsch
Fluchen? 99% schweizerdeutsch
Sprechen? Mehrheitlich Englisch und wenn’s Hochdeutsch sein soll, komm ich oft ins Rudern, weil mir die Wörter irgendwie auf englisch oft schneller einfallen.
Was ich daraus schliesse? Naja, mehr als zwei Sprachen liegen wohl nicht drin…

Gustav Gans

31/12/2010

vieles erreicht, weil vieles gegeben
doch letztenendes hab ich bloss Glück, ich liebe das Leben

So ähnlich würde wohl ein Aussenstehender mein vergangenes Jahr in einem Satz beschreiben. Aber ganz so einfach war es bei weitem nicht. Ich bin ausgewandert um ein neues Leben zu beginnen. Ich hab ein neues Leben begonnen. Mit vielen Höhen und noch mehr Tiefen.
Ich bin drei Mal umgezogen, habe dreimal den Job gewechselt, weil ich dachte, es würde besser werden.
Ich wohne nun im Zentrum von London, in Gehdistanz zu London Eye und Trafalgar Square. Ich habe einen Job, mit dem ich zwar nicht reich werden, aber mindestens die Rechnungen bezahlen kann. Ich habe gute Freunde auf die ich zählen kann. Doch es fehlt noch immer etwas.
Vielleicht ist es, weil die Schmetterlinge verflogen sind. Das Kribbeln des Unbekannten ist vorüber. Ich bin hart auf dem Boden des Alltags gelandet. Party und Bullshit sind vorbei. Ich muss mein Essen wieder selber kochen und sitze Abends alleine zu Hause. Die Jahresenddepression hat mich erwischt. Doch ich will hier nicht rumjammern. Ich habe auch schöne Seiten erlebt.
Waren es die langen Abende in und vor den Pubs, Bars und Bushaltestellen. Gemeinsames Kochen und Essen mit Freunden, oder aber nur ein Buch lesen in der Sommersonne des Hyde Parks. Der Trip nach Amerika war wohl der Höhepunkt des Jahres schlechthin. Er hat er mir gezeigt, wie gross die Welt eigentlich ist und was für Möglichkeiten es gibt. Er hat mir die Augen geöffnet und mir einen Arschtritt gegeben.

Was das nächste Jahr bringt liegt noch in weiter Ferne. Ich habe wieder viele Pläne, die ich, so wie ich mich kenne garantiert wieder anders verlaufen werden. Aber genau diese Ungewissheit spornt mich auch an. Genauso steht in den Sternen ob es ein marcolondon pt.2 geben wird. Ich bin wieder an einem Scheideweg angelangt, wie vor genau einem Jahr. Damals habe ich einen Weg eingeschlagen, der mich zwar wieder an die gleiche Stelle bringt, aber bereuen tu‘ ich noch immer keine einzelne Sekunde. Ich habe so viele Erfahrungen gesammelt, die ich, wenn ich in der Schweiz geblieben wäre, nie hätte erfahren können.

In diesem Sinne bedanke ich mich bei allen die ich und die mich in diesem Jahr kennengelernt und unterstützt haben. Natürlich bedanke ich mich auch bei London, der Stadt, die mich auch ohne Kribbeln noch immer aufs neue Überrascht.

2011 ich komme, ein Jahr älter und ein Jahr reifer aber noch immer der selbe naive Typ mit demselben naiven Traum und Ziel vor Augen.

Beginner – Gustav Gans

was lange währt

22/11/2010